{"id":146,"date":"2019-02-02T19:51:13","date_gmt":"2019-02-02T19:51:13","guid":{"rendered":"https:\/\/frankfurter-kaleidoskop.de\/?p=146"},"modified":"2019-02-03T18:51:15","modified_gmt":"2019-02-03T18:51:15","slug":"2-2-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frankfurter-kaleidoskop.de\/?p=146","title":{"rendered":"2.2.2019"},"content":{"rendered":"\n<p>Am Samstag Morgen um 11 Uhr ist der Goetheplatz eine Oase der Weite. Eigentlich sind es ja zwei Pl\u00e4tze, weil auf der einen Seite der Goetheplatz liegt und sich daran, Richtung Norden, da, wo der Goethe von seinem Denkmal aus hinschaut, der Rathenauplatz anschlie\u00dft. Urspr\u00fcnglich ein reiner Verkehrsknotenpunkt mit der \u00c4sthetik der Nachkriegszeit (also &#8211; pardon &#8211; gar keiner), gepr\u00e4gt durch krude verlaufende Stra\u00dfenbahnschienen, \u00fcberdimensionierte Umsteigehaltestellen und nat\u00fcrlich viel Raum f\u00fcr den Autoverkehr sowie eingerahmt von den typisch nichtssagenden Bauten jener Zeit, erlebte der Platz zun\u00e4chst in den achtziger Jahren eine Metamorphose zu Tante Gerdas Blumengarten. Da tummelten sich dann mittags die schwarz oder dunkelgrau gewandeten Banker mit nem Sandwich in der Hand und lie\u00dfen sich zuweilen die Sonne aufs Haupt scheinen, bevor sie pflichtbewusst wieder in den umliegenden Hochh\u00e4usern verschwanden. Aber h\u00fcbsch sah&#8217;s aus. Fehlten nur noch die Gie\u00dfkannen.<\/p>\n\n\n\n<p>Seine heutige Gestalt hat der Platz noch nicht lange. Nach der \u00fcblichen kurzen Halbwertszeit, der Frankfurter Gestaltungsprojekte nun mal unterliegen, wurden im Zuge des von der schwarz-gr\u00fcnen (!) Koalition im R\u00f6mer forcierten Baus einer Tiefgarage auch die Blumenrabatten weggebaggert. An ihrer Stelle wachsen nun einige plangerecht gepflanzte Stadtb\u00e4ume; Goethe wurde zentral auf dem Platz platziert, und au\u00dfer einigen nachtr\u00e4glich aufgestellten B\u00e4nken findet sich dort ansonsten &#8211; nichts! Und das in Frankfurt! Die in Frankfurt offenbar nicht zum Schweigen zu bringenden Anh\u00e4nger engster Bebauung meditieren zwar regelm\u00e4\u00dfig in den Medien \u00fcber M\u00f6glichkeiten der urbanen Ausf\u00fcllung der den Platz nun kennzeichnenden Leere, etwa in Gestalt von Pavillons oder Kiosken (wie konnten die Platz-Planer denn so etwas Existenzielles vergessen?!). Und leider allzu oft im Jahresverlauf erfinden die st\u00e4dtische Tourismus-Gesellschaft und andere wohlmeinende Unternehmungen immer wieder neue Anl\u00e4sse, um den Platz mit Ger\u00fcmpel (Frittenbuden, Veranstaltungszelte, Sauftheken und dergleichen) zuzustellen. Da wird der Begriff der Urbanit\u00e4t aber geh\u00f6rig missverstanden. Mir ist der Platz in den Zeiten der Leere am liebsten. Endlich mal &#8222;Raum&#8220; in der sonst so zugebauten City, der Perspektiven auf die umliegende Stadtstruktur er\u00f6ffnet und Gro\u00dfstadt wenigstens ansatzweise erleben l\u00e4sst. So wie heute morgen &#8211; ein meditativer Gang im weiten Raum&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Samstag Morgen um 11 Uhr ist der Goetheplatz eine Oase der Weite. Eigentlich sind es ja zwei Pl\u00e4tze, weil auf der einen Seite der Goetheplatz liegt und sich daran, Richtung Norden, da, wo der Goethe von seinem Denkmal aus hinschaut, der Rathenauplatz anschlie\u00dft. 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