{"id":532,"date":"2020-10-23T17:30:09","date_gmt":"2020-10-23T17:30:09","guid":{"rendered":"https:\/\/frankfurter-kaleidoskop.de\/?p=532"},"modified":"2020-10-23T17:33:52","modified_gmt":"2020-10-23T17:33:52","slug":"22-10-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frankfurter-kaleidoskop.de\/?p=532","title":{"rendered":"22.10.2020"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Halbwertzeit Frankfurter Bauprojekte, auch das war schon mehrfach hier Gegenstand der Betrachtungen, ist sehr \u00fcberschaubar, um es sanft auszudr\u00fccken. Nicht nur etwa der Goetheplatz oder die Eschersheimer Landstra\u00dfe (im n\u00f6rdlichen Teil) erfuhren vor einiger Zeit massivste Umgestaltungen, obwohl sie nicht allzu viele Jahre zuvor schon einmal massivst umgestaltet worden waren. St\u00e4ndig wird alles in Frage gestellt, kaum dass es einmal errichtet ist. Der Frankfurter, vor allem, wenn er politische Verantwortung tr\u00e4gt, scheint mit nichts zufrieden zu sein oder will, wenn er oder sie neu ins Amt gekommen ist, alte Schlachten dann doch wieder zu seinen oder ihren Gunsten schlagen; Hauptsache, es kostet Geld. Das ist nicht in allen F\u00e4llen gut angelegt; aber Ausnahmen wie das neue Historische Museum gibt es schon.<\/p>\n\n\n\n<p>So nimmt es nicht wunder, dass es nun dem Rebstockbad, erst in den Achtziger Jahren noch als &#8222;Schwimmoper&#8220; feierlich er\u00f6ffnet (und als &#8222;Spa\u00dfbadetempel&#8220; in gewissen kritischen Kreisen geschm\u00e4ht), nach nur etwas mehr als drei Jahrzehnten an den Kragen, genauer gesagt: ans Fundament geht. Auch das war schon lange geplant, nun ist es amtlich. Aber warum soll ihm ein besseres Schicksal beschieden sein als weiland dem Stadtbad Mitte? Wenn die Stadt zu billig bauen l\u00e4sst und &#8211; ungeachtet j\u00e4hrlicher mehrw\u00f6chiger Schlie\u00dfungen zur Instandhaltung &#8211; nicht in der Lage oder auch nur willens ist, das Geb\u00e4ude so in Schuss zu halten, dass es langj\u00e4hrig genutzt werden kann &#8211; was soll der steuerzahlende B\u00fcrger dazu sagen, der auch gern mal schwimmen oder in der weitl\u00e4ufigen Sauna schwitzen will? Das Stadtbad Mitte wurde gleichsam privatisiert, als Geb\u00e4ude ist es der Stadt allerdings erhalten geblieben. F\u00fcrs Rebstockbad soll hingegen an gleicher Stelle Ersatz entstehen: Eine &#8222;urbane Wildnis&#8220; soll es werden, entnimmt der erstaunte Leser der st\u00e4dtischen Lobpreisung des heute ver\u00f6ffentlichten Siegerentwurfs aus dem Architektenwettbewerb; ein &#8222;bespielbares&#8220; modulares Gesamtkunstwerk aus Elementen wie &#8222;Tanz des Wassers&#8220; und &#8222;Duft der Erde&#8220;, ja, ein &#8222;Leuchtturm f\u00fcr die deutsche Schwimmbadlandschaft&#8220;, wie sich der zust\u00e4ndige Dezernent vernehmen lie\u00df. Oh je, die Frankfurter Bescheidenheit l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen. Was ist gegen solch einen bespielbaren (?!) Leuchtturm schon eine helle, transparente, leichtgebaute und dadurch Raum (!) bietende &#8222;Schwimmoper&#8220;&#8230; Man darf gespannt sein, mit welchen Euphemismen in drei\u00dfig oder vierzig Jahren der n\u00e4chste anstehende Neubau propagiert wird. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Halbwertzeit Frankfurter Bauprojekte, auch das war schon mehrfach hier Gegenstand der Betrachtungen, ist sehr \u00fcberschaubar, um es sanft auszudr\u00fccken. Nicht nur etwa der Goetheplatz oder die Eschersheimer Landstra\u00dfe (im n\u00f6rdlichen Teil) erfuhren vor einiger Zeit massivste Umgestaltungen, obwohl sie nicht allzu viele Jahre zuvor schon einmal massivst umgestaltet worden waren. St\u00e4ndig wird alles in Frage gestellt, kaum dass es einmal errichtet ist. 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