{"id":610,"date":"2021-03-22T16:41:44","date_gmt":"2021-03-22T16:41:44","guid":{"rendered":"https:\/\/frankfurter-kaleidoskop.de\/?p=610"},"modified":"2021-03-22T18:44:11","modified_gmt":"2021-03-22T18:44:11","slug":"22-3-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frankfurter-kaleidoskop.de\/?p=610","title":{"rendered":"22.3.2021"},"content":{"rendered":"\n<p>Auch wenn damit die \u00f6rtlichen Grenzen des Kaleidoskops verlassen werden: Die Pandemie offenbart schonungslos die schlimme Verfassung der Republik, pr\u00e4ziser: die unglaublich katastrophale Inkompetenz derjenigen, die vom Wahlvolk f\u00fcr vier, zuweilen auch f\u00fcnf Jahre mit demokratischer Legitimation nach Berlin und in die jeweiligen Landeshauptst\u00e4dte entsandt worden sind, um Politik zu machen. Es ist fast nicht zu glauben, dass innerhalb nur eines Jahres der Umgang mit dem Virus mit aller Sch\u00e4rfe deutlich macht, dass die an verantwortlicher Stelle t\u00e4tigen Personen die Anforderungen an die Aus\u00fcbung ihrer \u00c4mter nicht im Ansatz erf\u00fcllen, und zwar fl\u00e4chendeckend. <\/p>\n\n\n\n<p>Demokratische Legitimation verschafft Verantwortung. Dass diese seit einem Jahr durchgehend nur in einer ausschlie\u00dflich von Angst, Vorsicht und Hilfesuche bei einem sehr begrenzten Bruchteil vermeintlicher Fachleute gepr\u00e4gten Weise wahrgenommen (oder eben gerade nicht wahrgenommen) wird, ist ein Skandal. Der Erkenntnisgewinn seit dem ersten Auftreten des Virus k\u00f6nnte theoretisch ebenso exorbitant sein wie die sich daraus ergebenden Handlungsm\u00f6glichkeiten; man hat nur vers\u00e4umt, ihn herbeizuf\u00fchren. Stattdessen laviert die Politik immer noch genauso hilflos wie im M\u00e4rz vergangenen Jahres herum, nutzt nicht umfassend, sondern nur einseitig und defizit\u00e4r wissenschaftlichen Sachverstand und kommt \u00fcber pauschal-plumpe und inkonsistente Schlie\u00dfungskonzepte nicht hinaus. Das Gro\u00dfhirn an sich b\u00f6te genug Ressourcen f\u00fcr mehr. Offenkundig ist der Prozess der Rekrutierung des politischen Personals in diesem Land komplett inad\u00e4quat. In Hinterzimmern und beim Kungeln verliert man leicht den Blick f\u00fcr das Wesentliche und kriegt man auch nicht den f\u00fcr die Denkprozesse eminent wichtigen Sauerstoff. Wer aus solchen \u00d6rtlichkeiten in die Parlamente geschickt wird, der muss nicht \u00fcber die F\u00e4higkeiten verf\u00fcgen, die n\u00f6tig sind, um die Ausstattung mit demokratischer Legitimation zu rechtfertigen. Ist es verwunderlich, dass so Subjekte in politische \u00c4mter kommen, die noch nicht einmal im Ansatz etwas dabei finden, zuallererst in die eigene Tasche zu wirtschaften, wie es merkw\u00fcrdigerweise erst jetzt massenhaft ans Licht kommt? Neu ist das alles nicht; es fiel nur bisher nicht so auf. Unter diesen Umst\u00e4nden erscheint streng genommen nicht die AfD als gef\u00e4hrlich &#8211; die ganz &#8222;normalen&#8220; Mandatstr\u00e4ger der &#8222;staatstragenden&#8220; Parteien sind es, die bef\u00fcrchten lassen, dass diese Republik bald dem Abgrund entgegentaumeln k\u00f6nnte! <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch wenn damit die \u00f6rtlichen Grenzen des Kaleidoskops verlassen werden: Die Pandemie offenbart schonungslos die schlimme Verfassung der Republik, pr\u00e4ziser: die unglaublich katastrophale Inkompetenz derjenigen, die vom Wahlvolk f\u00fcr vier, zuweilen auch f\u00fcnf Jahre mit demokratischer Legitimation nach Berlin und in die jeweiligen Landeshauptst\u00e4dte entsandt worden sind, um Politik zu machen. 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