{"id":617,"date":"2021-03-27T10:03:29","date_gmt":"2021-03-27T10:03:29","guid":{"rendered":"https:\/\/frankfurter-kaleidoskop.de\/?p=617"},"modified":"2021-03-27T10:06:43","modified_gmt":"2021-03-27T10:06:43","slug":"27-3-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frankfurter-kaleidoskop.de\/?p=617","title":{"rendered":"27.3.2021"},"content":{"rendered":"\n<p>Blicke \u00fcber den Tellerrand waren schon immer n\u00fctzlich und erweitern den Horizont. So geschieht es immer wieder, dass Besuche in anderen (Gro\u00df-)St\u00e4dten auch Auswirkungen auf die Wahrnehmung der eigenen Heimat haben. Wenn die Reise nach K\u00f6ln geht, gilt dies umso mehr, ist doch die rheinische Metropole der Ganz-gern-Metropole-spielenden Halbmetropole Frankfurt in Vielem vergleichbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Was Bauz\u00e4une und h\u00e4ssliche Nachkriegsarchitektur angeht, steht K\u00f6ln mit Frankfurt gleichsam auf einer Stufe; die Konkurrenz f\u00fchrt hier zum Unentschieden. Manche &#8222;Veedel&#8220; kommen ebenso daher wie die Stadtteile in Frankfurt &#8211; selbst zentral gelegene verbreiten zuweilen d\u00f6rfliche Stimmung, wenn auch ohne Misthaufen. Aber die gibt es ja hier auch nicht mehr. Wer freilich zu Fu\u00df von der K\u00f6lner Innenstadt zum Beispiel bis hin zur S\u00fcdstadt spaziert (man muss ja nicht immer ins &#8222;Belgische Viertel&#8220;), der versp\u00fcrt eine Stimmung &#8211; je n\u00e4her zum Chlodwigplatz, desto st\u00e4rker -, die in Frankfurt selbst Sachsenhausen und das Nordend nicht bieten. Internationalit\u00e4t ist hier umfassend anzutreffen, aber auch Einheimische flanieren; das Kaffee- und B\u00e4ckereiangebot ist \u00fcberbordend und ebenso weltl\u00e4ufig, Kreativl\u00e4den schlie\u00dfen sich an Apotheken und jede Art von Lebensmittel-, ja Delikatessengesch\u00e4ften und nat\u00fcrlich gibt es D\u00f6ner und Sushi oder die asiatischen Gark\u00fcchen. Doch \u00fcber allem schwebt &#8211; anders als etwa in der Eckenheimer Landstra\u00dfe, erst recht aber in H\u00f6chst &#8211; nicht nur eine ruhige Gelassenheit, sondern so etwas wie Flair, gekr\u00f6nt dann auch noch von dem Wochennmarkt mit Waren ausschlie\u00dflich &#8222;biologischer&#8220; Provenienz auf dem Platz vor der Kirche; ein Bilderbuchidyll, wie es Freiburg nicht besser erfinden k\u00f6nnte, und doch alles irgendwie &#8222;st\u00e4dtisch&#8220;. Und wenn der Gang dann auch noch \u00fcber den Chlodwigplatz hinaus fortgesetzt wird, gelangt der freudige Besucher in fast komplett erhaltene, gro\u00dfst\u00e4dtische Gr\u00fcnderzeit- und Jugendstilstra\u00dfenz\u00fcge, die selbst in Berlin ihresgleichen suchten. Gut, die G\u00fcnthersburgallee hier mag diesen Eindruck noch steigern; aber sie ist isoliert, w\u00e4hrend dort ein ganzes Viertel den erhaltenen Jugendstil genie\u00dft und &#8211; lebt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Blicke \u00fcber den Tellerrand waren schon immer n\u00fctzlich und erweitern den Horizont. So geschieht es immer wieder, dass Besuche in anderen (Gro\u00df-)St\u00e4dten auch Auswirkungen auf die Wahrnehmung der eigenen Heimat haben. Wenn die Reise nach K\u00f6ln geht, gilt dies umso mehr, ist doch die rheinische Metropole der Ganz-gern-Metropole-spielenden Halbmetropole Frankfurt in Vielem vergleichbar. Was Bauz\u00e4une und h\u00e4ssliche Nachkriegsarchitektur angeht, steht K\u00f6ln mit Frankfurt gleichsam auf einer Stufe; die Konkurrenz f\u00fchrt hier zum Unentschieden. 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