{"id":684,"date":"2022-06-26T11:41:15","date_gmt":"2022-06-26T11:41:15","guid":{"rendered":"https:\/\/frankfurter-kaleidoskop.de\/?p=684"},"modified":"2022-06-26T11:41:15","modified_gmt":"2022-06-26T11:41:15","slug":"26-6-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frankfurter-kaleidoskop.de\/?p=684","title":{"rendered":"26.6.2022"},"content":{"rendered":"\n<p>Den Weg vom Main in Richtung Kleinmarkthalle sollten hochsensible Zeitgenossen wie ich besser mit Augenbinde zur\u00fccklegen, und zwar so lange, bis der Eingang in das Marktgeschehen durchschritten ist. Von der Untermainbr\u00fccke geht es zun\u00e4chst einmal in den von Christoph M\u00e4ckler mit hohem theoretischen Anspruch und viel Blabla errichteten neuen Stadtraum auf dem ehemaligen Degussa-Gel\u00e4nde, in dem man angesichts der baulichen Verdichtung den Raum vermisst und eher klaustrophobische Zust\u00e4nde erleiden kann, wenn man nicht schleunigst das Weite sucht. Das ist zwar Richtung Berliner Stra\u00dfe zu finden; dort warten indes die Scheu\u00dflichkeiten der Nachkriegszeit. Es muss erstaunen, dass ausgerechnet dieser Teil der City einfach bleibt, w\u00e4hrend anderenorts viel sp\u00e4ter errichtete Geb\u00e4udemonstren inzwischen schon wieder abgerissen und durch neuere Geb\u00e4udemonstren ersetzt worden sind. Wenigstens hat man den alten Rechnungshof stehen lassen und aufgeh\u00fcbscht, ohne dass dadurch freilich eine \u00e4sthetische Befriedigung eingetreten w\u00e4re. Doch das wirkliche Grauen kommt erst kurz vor dem Ziel des Wegs: Biegt man von der Berliner Stra\u00dfe Richtung Kleinmarkthalle ab, m\u00f6chte man schnellstm\u00f6glich nur die Flucht ergreifen. Es ist unverst\u00e4ndlich, aus welchen Gr\u00fcnden vor etwa zwanzig Jahren ein Versuch der damaligen Stadtregierung scheiterte, hier mal Baufakten zu schaffen, die dem Herz der Stadt angemessen gewesen w\u00e4ren. Angeblich stemmte sich der B\u00fcrgerwille dagegen. Nun, wenn das, was da jetzt immer noch steht, auch nur im Ansatz sch\u00fctzenswert sein soll, dann muss es als Wunder erscheinen, dass nicht zuletzt wegen desselben B\u00fcrgerwillens knapp gegen\u00fcber die neue Altstadt entstehen konnte!<\/p>\n\n\n\n<p>Um so erstaunlicher ist freilich der Wandel im Innern. Kaum hat der Marktbesucher die T\u00fcren passiert, umschwebt ihn fast s\u00fcdl\u00e4ndisches Flair. Es gibt zwar weniger Obst- und Gem\u00fcsest\u00e4nde als fr\u00fcher, w\u00e4hrend dem ersten Anschein nach die Zahl der Fleisch- und Wurstbuden doch eher gleichgeblieben ist. Aber daf\u00fcr bieten St\u00e4nde ein reichhaltiges, internationales Angebot, die es vorher in dieser Zahl und Vielfalt nicht gab. Und an den Seiten darf man nun sogar verweilen, an der zur Zeil hin gelegenen sogar im Sitzen, und nicht nur seine &#8222;haa\u00df Worscht&#8220;, sondern eben auch Espresso, Croissant oder Panini genie\u00dfen oder andere K\u00f6stlichkeiten, wie sie die Welt in fernen L\u00e4ndern zu bieten hat, und mit dem Tischnachbarn oder der -nachbarin plauschen. Auf der Galerie schl\u00fcrft man sogar noch Austern. Wow, man muss also wirklich nicht zwingend das s\u00fcdliche und westliche Ausland aufsuchen &#8211; ein bisschen Valencia oder Milano haben wir sogar hier!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den Weg vom Main in Richtung Kleinmarkthalle sollten hochsensible Zeitgenossen wie ich besser mit Augenbinde zur\u00fccklegen, und zwar so lange, bis der Eingang in das Marktgeschehen durchschritten ist. 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