{"id":722,"date":"2025-04-04T17:37:10","date_gmt":"2025-04-04T17:37:10","guid":{"rendered":"https:\/\/frankfurter-kaleidoskop.de\/?p=722"},"modified":"2025-04-04T17:37:10","modified_gmt":"2025-04-04T17:37:10","slug":"zeitenwende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frankfurter-kaleidoskop.de\/?p=722","title":{"rendered":"Zeitenwende??"},"content":{"rendered":"\n<p>Es ist an der Zeit, sich vom Begriff &#8222;Zeitenwende&#8220; zu verabschieden. Aber, k\u00f6nnte der Einwand lauten, wir haben ihn doch erst vor kurzer Zeit \u00fcberhaupt erfunden?! Mag sein, doch wenn wir die Ph\u00e4nomene der neueren Geschichte &#8211; sagen wir seit 2022 &#8211; als Zeitenwende charakterisieren, verschleiern wir mehr als wir erkl\u00e4ren. Denn was suggeriert dieser Begriff denn anderes, als dass sich eben die Zeiten ge\u00e4ndert h\u00e4tten &#8211; und damit nimmt das Unheil seinen Lauf, denn dann kommt alles \u00dcbel von au\u00dfen und wir sehen uns ihm ausgeliefert.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch das Unheil kommt eher von uns selbst, von innen, und hier bedarf es einer &#8222;Wende&#8220;, gleichsam einer Einsichtswende. Was da scheinbar von au\u00dfen und scheinbar ganz pl\u00f6tzlich, ja vorgeblich kaum &#8222;erwartbar&#8220; auf uns einprasselt und uns zu Reaktionen n\u00f6tigt, zu denen wir uns jahrzehntelang nicht f\u00e4hig w\u00e4hnten, ist mitnichten spontan \u00fcber die Welt kommendes Unheil. Sowohl die Entwicklungen in Russland als auch diejenigen, die sich jetzt in den USA \u00fcberst\u00fcrzt Bahn brechen, waren f\u00fcr jeden, der es wahrhaben wollte, absehbar &#8211; Putin hat sich niemals versteckt, und Trumps Agenda \u00fcbersetzt nur die Theorie des neunhundertseitigen &#8222;Project 2025&#8220; in die amerikanische Wirklichkeit, f\u00fcr deren radikalen Umbau es erdacht und niedergeschrieben wurde. Da steht minuti\u00f6s drin, was heute tagt\u00e4glich jenseits des Atlantiks passiert; aber das kennt hierzulande ja kaum einer, weil man, genau wie bei den Umtrieben des Herrschers im Osten, den Kopf in den Sand steckte und dem Wahn verfiel, es werde schon alles nicht so schlimm werden und was geht uns das \u00fcberhaupt an? Blo\u00df nicht hinschauen und sich Gedanken \u00fcber unangenehme Dinge machen; blo\u00df kein Sand im Getriebe der Bequemlichkeit, das k\u00f6nnte wom\u00f6glich die j\u00e4hrlich mehrfachen Urlaubszeiten tr\u00fcben oder den Spa\u00df am Bundesligafu\u00dfball verderben. Und einen Grund daf\u00fcr, jedes neue Jahr mit reichlich B\u00f6llerei zu begr\u00fc\u00dfen (haben wir ja schon immer so gemacht, das lassen wir uns doch nicht nehmen!), h\u00e4tten wir dann ja wom\u00f6glich auch nicht mehr. Nein, Wegschauen war schon immer dann die Devise, wenn das Hinschauen uns aus unserer Beschaulichkeit h\u00e4tte rei\u00dfen und uns zu Taten dr\u00e4ngen k\u00f6nnen, deren Umsetzung unter anderem auch den Verzicht auf Liebgewordenes erfordert h\u00e4tte. Dann doch lieber weiter mit der Illusion&#8230; Die dringend notwendige &#8222;Wende&#8220; besteht also darin, endlich erwachsen zu werden, hinzuschauen &#8211; und die Realit\u00e4t ernstzunehmen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist an der Zeit, sich vom Begriff &#8222;Zeitenwende&#8220; zu verabschieden. Aber, k\u00f6nnte der Einwand lauten, wir haben ihn doch erst vor kurzer Zeit \u00fcberhaupt erfunden?! Mag sein, doch wenn wir die Ph\u00e4nomene der neueren Geschichte &#8211; sagen wir seit 2022 &#8211; als Zeitenwende charakterisieren, verschleiern wir mehr als wir erkl\u00e4ren. 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