{"id":781,"date":"2026-02-24T16:25:58","date_gmt":"2026-02-24T16:25:58","guid":{"rendered":"https:\/\/frankfurter-kaleidoskop.de\/?p=781"},"modified":"2026-02-24T16:35:51","modified_gmt":"2026-02-24T16:35:51","slug":"mutation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frankfurter-kaleidoskop.de\/?p=781","title":{"rendered":"Mutation und Reaktion"},"content":{"rendered":"\n<p>Sch\u00f6n sind sie sowieso nicht, die grauen Legosteine aus Beton, die seit geraumer Zeit den Opernplatz vor terroristischen Angriffen mit Kraftfahrzeugen sch\u00fctzen sollen, gleichzeitig aber auch das Fahrverm\u00f6gen von Fahrradfahrenden bzw. das Schiebeverm\u00f6gen von Kinderwagenschiebenden (geschlechtsneutral!!) herausfordern, wenn sie die Stra\u00dfen queren wollen. Nun erfahren wir aus Zeitung und sozialen Medien (in denen mittlerweile &#8211; man muss ja mit der Zeit gehen &#8211; immer wieder auch &#8222;Posts&#8220; der Stadt zu finden sind), dass k\u00fcnftig 17 schwarz angemalte rechteckige K\u00e4sten die Legosteine ersetzen sollen, dies auf Dauer und auch viel sch\u00f6ner, erhalten sie doch eine Auflage mit Erdreich, in dem dann bunte Blumen erbl\u00fchen sollen. Zur Begr\u00fc\u00dfung gab es auch ein Foto, das unter anderem unseren Oberb\u00fcrgermeister nebst seinem Verkehrsdezernenten, beide freundlich in die Linse l\u00e4chelnd, vor einem solchen Kasten mit Frankfurt-Wappen (gepr\u00e4gt) und Beetauflage zeigt, in dem schon ein paar Osterglocken ihre Glocken gen Himmel recken und auf die nahenden Ostertage warten. Wenn sie denn so lange halten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ganze w\u00e4re mit einem freundlichen L\u00e4cheln eigentlich auch abgetan, ist es doch zu begr\u00fc\u00dfen, wenn die Spitzen der Stadtverwaltung sich um das Erscheinungsbild eines der repr\u00e4sentativsten Pl\u00e4tze der Stadt k\u00fcmmern. Nat\u00fcrlich kann man dar\u00fcber streiten, ob das gegl\u00fcckt ist oder vielleicht nicht doch eine andere L\u00f6sung h\u00e4tte gefunden werden k\u00f6nnen. Und drollig ist es schon, wenn gleich zwei Magistratsmitglieder freudestrahlend gleichsam zur Kastentaufe kommen, als g\u00e4lte es, einen Markstein der st\u00e4dtischen Politik zu feiern &#8211; nun, es ist Wahlkampfzeit. Aber der v\u00f6llig aus dem Ruder laufende Shitstorm, der in den unz\u00e4hligen Kommentaren zu dem st\u00e4dtischen Post auf Facebook zum Ausdruck kommt, zeigt dann doch \u00fcberdeutlich, wer heutzutage die Meinungsf\u00fchrerschaft dort beansprucht. Hundertfach und im Gleichklang, also ganz offenkundig wie abgesprochen, wird gep\u00f6belt, werden sarkastisch-zynische Kommentare abgelassen, von denen noch die sich auf Anmerkungen zur Optik der K\u00e4sten beschr\u00e4nkenden am ehesten zum Anlass passen. Klar ist dort allemal, dass die Stadtpolitiker als unf\u00e4hig abqualifiziert werden. So weit, so unbeachtlich. Schlimm wird es jedoch, wenn in einigen dieser Kommentare den Kosten f\u00fcr die Absperrma\u00dfnahmen der Umstand hinzugerechnet wird, dass die Stadt im Rahmen der Ramadan-Feierlichkeiten finanzielle Unterst\u00fctzung gew\u00e4hrt, womit die gleiche Religion beg\u00fcnstigt werde, die die Absperrungen erst habe n\u00f6tig werden lassen (!!??), weshalb man sich nicht mehr von den Politikern vertreten f\u00fchlen k\u00f6nne. Mit Verlaub: W\u00fcrden diese Schreiberlinge denn etwa den massenhaften sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen durch W\u00fcrdentr\u00e4ger der christlichen Kirchen auch der Religion als solcher zurechnen? Davon war bislang nirgends zu lesen. Und eine derartige zynische Vereinfachung verbietet sich auch, ebenso wie in diesem Fall. Sie kommt aber an, wie die unz\u00e4hligen &#8222;Likes&#8220; belegen, die wahrscheinlich von Gesinnungsfreunden (ebenfalls abgesprochen) abgegeben wurden, um der \u00d6ffentlichkeit breite Zustimmung zu suggerieren. In solchen \u00c4u\u00dferungen macht sich nichts anderes als Volksverhetzung breit, und dies in einer Weise, die f\u00fcr jeden erkennbar organisiert erscheint, nat\u00fcrlich ohne dass die &#8211; vermutlich &#8211; wirklich Verantwortlichen sich der \u00d6ffentlichkeit zu erkennen geben. So funktioniert sie, schon seit Jahren und nicht ohne Erfolg, die Stimmungsmache der AFD.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sch\u00f6n sind sie sowieso nicht, die grauen Legosteine aus Beton, die seit geraumer Zeit den Opernplatz vor terroristischen Angriffen mit Kraftfahrzeugen sch\u00fctzen sollen, gleichzeitig aber auch das Fahrverm\u00f6gen von Fahrradfahrenden bzw. das Schiebeverm\u00f6gen von Kinderwagenschiebenden (geschlechtsneutral!!) herausfordern, wenn sie die Stra\u00dfen queren wollen. 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