{"id":790,"date":"2026-03-18T16:41:14","date_gmt":"2026-03-18T16:41:14","guid":{"rendered":"https:\/\/frankfurter-kaleidoskop.de\/?p=790"},"modified":"2026-03-18T16:41:14","modified_gmt":"2026-03-18T16:41:14","slug":"and-the-winner-is","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frankfurter-kaleidoskop.de\/?p=790","title":{"rendered":"And the winner is&#8230;"},"content":{"rendered":"\n<p>Nun haben wir die Kommunalwahlen hinter uns, und im Bl\u00e4tterwald und den digitalen Medien wird flei\u00dfig debattiert, wer die Wahl gewonnen habe und wie es nun weitergehen kann. Da werden dann gern plakative Schlagzeilen rausgehauen, wie das im journalistischen Metier so \u00fcblich ist; ob sie den Kern der Realit\u00e4t wiedergeben, ist eine andere Frage. Was etwa kann man von der Aussage halten, die CDU habe in Frankfurt und die AfD in B\u00fcdingen die Wahl gewonnen? Das ist nicht falsch, aber auch nicht wahr, denn weder in Frankfurt noch in B\u00fcdingen k\u00f6nnen die genannten &#8222;Gewinner&#8220; w\u00e4hrend der n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahre die kommunalpolitische Linie nach eigenem Gusto bestimmen.<\/p>\n\n\n\n<p>In einer politischen Landschaft, die von einer gravierenden Zersplitterung der Parteienlandschaft gepr\u00e4gt ist, hilft die Kategorie &#8222;Wahlgewinner&#8220; vielmehr nicht mehr weiter. Konnten sich die Wahlgewinner in fr\u00fcheren Zeiten auf echte, zumeist satte Mehrheiten gegen\u00fcber dem jeweils unterlegenen politischen Lager st\u00fctzen, zum Teil sogar auf absolute Mehrheiten, ist heute daran nicht im entferntesten mehr zu denken. Wenn heute eine Partei mehr als 30 % der W\u00e4hlerstimmen auf sich vereinigen kann, wie beispielsweise die SPD in Offenbach, dann ist das schon au\u00dfergew\u00f6hnlich &#8211; der \u00fcbliche Anteil einer &#8222;Gewinnerpartei&#8220; liegt mittlerweile eher bei maximal einem Viertel der W\u00e4hlerstimmen, das etwa die CDU in Frankfurt punktgenau erreicht hat. Aber auch das sagt noch nicht viel aus &#8211; die Wahlbeteiligung lag in Frankfurt bei knapp 50 %, und legt man das gesamte W\u00e4hlerpotenzial zugrunde, hat der &#8222;Wahlgewinner&#8220; gerade mal 12,5 % der Stimmen aller Wahlberechtigten auf sich vereinigen k\u00f6nnen, also derjenigen, die in der Stadtverordnetenversammlung repr\u00e4sentiert werden sollen. Gl\u00fcckwunsch, kann man da nur sagen. Anstatt in Jubelstimmung auszubrechen, w\u00e4ren eher Gedanken angebracht, wie man die zu Hause Gebliebenen motivieren kann, das n\u00e4chste Mal ihre Stimme abzugeben&#8230; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun haben wir die Kommunalwahlen hinter uns, und im Bl\u00e4tterwald und den digitalen Medien wird flei\u00dfig debattiert, wer die Wahl gewonnen habe und wie es nun weitergehen kann. Da werden dann gern plakative Schlagzeilen rausgehauen, wie das im journalistischen Metier so \u00fcblich ist; ob sie den Kern der Realit\u00e4t wiedergeben, ist eine andere Frage. Was etwa kann man von der Aussage halten, die CDU habe in Frankfurt und die AfD in B\u00fcdingen die Wahl gewonnen? 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