{"id":799,"date":"2026-08-11T10:50:10","date_gmt":"2026-08-11T10:50:10","guid":{"rendered":"https:\/\/frankfurter-kaleidoskop.de\/?p=799"},"modified":"2026-08-11T10:50:10","modified_gmt":"2026-08-11T10:50:10","slug":"ach-ja","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frankfurter-kaleidoskop.de\/?p=799","title":{"rendered":"Ach ja&#8230;"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Wehmut bef\u00e4llt den langj\u00e4hrigen Beobachter der Frankfurter Kommunalpolitik: Innerhalb kurzer Zeit verk\u00fcndete die Presse den Tod gleich dreier fr\u00fcherer Stadtr\u00e4te, die durch ihr Wirken ma\u00dfgebend dazu beitrugen, dass seinerzeit tats\u00e4chlich noch von &#8222;Kommunalpolitik&#8220; die Rede sein konnte. Herr Haverkampf als Planungs- und sp\u00e4ter Baudezernent; Herr Semmelroth, zun\u00e4chst Mitarbeiter von Hilmar Hoffmann im Kulturdezernat, dann B\u00fcroleiter der Oberb\u00fcrgermeisterin und schlie\u00dflich Dezernent f\u00fcr Kultur; und Herr Oesterling, langj\u00e4hriger Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung und dann f\u00fcnf Jahre zust\u00e4ndig f\u00fcr den Verkehr in der Stadt, als das Dezernat noch nicht Mobilit\u00e4tsdezernat hie\u00df&#8230; Sie alle zeichneten sich durch F\u00e4higkeiten und Tugenden aus, die heute selten geworden sind: Eigener Gestaltungswille, notfalls auch dem &#8222;Mainstream&#8220; zuwiderlaufend; Beharrlichkeit und Durchsetzungsverm\u00f6gen, und vor allem: Klare Kante. Diese Herren wussten, was sie &#8211; zum Wohl der Stadt &#8211; wollten und wie sie es verwirklichen konnten. Ohne sie g\u00e4be es heute etwa weder das Museumsufer noch die bundesweit anerkannte Qualit\u00e4t der Frankfurter Theater noch das ausgebaute Netz von Radwegen oder f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Nahverkehr, und auch noch der Verwirklichung harrende Projekte im Verkehrsbereich gehen mitnichten auf das Wirken des noch amtierenden Mobilit\u00e4tsdezernenten, sondern dasjenige von Klaus Oesterling zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Erinnerung an diese M\u00e4nner verdeutlicht nur allzu schmerzhaft, was der politischen Kultur abhanden gekommen ist, nicht nur in Frankfurt. Statt streitlustiger, aber letztlich dem Gemeinwohl verpflichteter Vollblutpolitiker, die auch mal anecken, stets aber im Sinn der Sache agieren, tragen heute eher Leisetreter politische Verantwortung, die auch in der Waschmittelwerbung Verwendung finden k\u00f6nnten und priorit\u00e4r Projekte im Interesse ihrer jeweiligen Klientel verfolgen. Mag Frau Hartwig im Kulturdezernat noch zumindest eine gewisse Hartn\u00e4ckigkeit und Klarheit auszeichnen, so fehlt der Noch-Bauzernentin Weber nicht nur jede Fachkompetenz; sie stellt sich auch noch permanent Fettn\u00e4pfchen auf, in die sie dann auch fast schon pflichtschuldig hineintritt. Der Planungsdezernent, allerdings ein Fachmann, mag durchaus als guter Schwiegersohn durchgehen. Immerhin werden ihm kommunikative F\u00e4higkeiten bescheinigt; auch sie f\u00fchren freilich nicht unbedingt dazu, dass seine zugegeben komplexen Vorhaben ihrer Verwirklichung etwas schneller n\u00e4hergebracht w\u00fcrden. Und was die Mobilit\u00e4t angeht &#8211; dem durch und durch technokratischen und vorwiegend an kleinteiligen Modellen rumbastelnden, zudem in der Kommunikation g\u00e4nzlich unbeheimateten Herrn Siefert soll ein CDU-Parteisoldat folgen, dessen politische Karriere sich bislang im Ortsbeirat und im Kommunalwahlkampf abgespielt hat, aber nicht bei der Verkehrspolitik &#8211; ein unbeschriebenes Blatt, der zwar offenkundig gern unwichtige Fragen zur Person in seinen Social-Media-Kan\u00e4len beantwortet (wer die wohl gestellt haben mag?), aber ein verkehrspolitisches Konzept bislang schuldig geblieben ist (wie \u00fcberhaupt seine Partei insgesamt auch). Auch er eher ein Schwiegermutterfavorit als ein sowohl fachkundiger wie knallharter Politiker, der sich gegen Widerst\u00e4nde zu behaupten w\u00fcsste. Angesichts der vielen Aufgaben, die der neue Magistrat zu l\u00f6sen hat, w\u00fcnschte man sich, wenn schon Zeitreisen nicht m\u00f6glich sind, wenigstens Politiker, die in der Lage sind, sich nicht nur an fr\u00fcheren Vorbildern zu orientieren, sondern ihnen auch tatkr\u00e4ftig nachzueifern!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wehmut bef\u00e4llt den langj\u00e4hrigen Beobachter der Frankfurter Kommunalpolitik: Innerhalb kurzer Zeit verk\u00fcndete die Presse den Tod gleich dreier fr\u00fcherer Stadtr\u00e4te, die durch ihr Wirken ma\u00dfgebend dazu beitrugen, dass seinerzeit tats\u00e4chlich noch von &#8222;Kommunalpolitik&#8220; die Rede sein konnte. 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