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Schlagwort: Wahlplakate

Inhalt war gestern

Inhalt war gestern

So zahlreich die Wahllisten zur Frankfurter Kommunalwahl, so hohl ihre Wahlpropaganda, durchweg. „Machen, was geht“ – ja, was denn sonst? Oder „Wir machen Frankfurt“ – ach ja? Frankfurt existiert doch bereits, und gemacht werden konnte schon vieles; ob dieser Slogan nicht nach hinten losgeht, wenn Wähler auf die Idee kommen, schlecht zu finden, was bisher gemacht wurde? Alles in den Schatten (wenn man die Betrachtung auf die seriöseren Gruppierungen beschränkt und die Gruppierung „Die Partei“ mal außen vor lässt) stellt freilich der Slogan „Im März wird’s grün“ – mit der Beschreibung eines Naturphänomens hat noch niemand eine Wahl gewonnen. Ansonsten wächst jeden Tag die Sehnsucht nach einem beschleunigten Voranschreiten der Zeit, damit der Spuk möglichst bald vorüber sei.

Weniger Inhalt war nie; es fragt sich, ob die Parteien die Wähler für bekloppt halten oder ob sie ernsthaft glauben, den Schwachsinn als politische Inhalte verkaufen zu können, der allenthalben von den Laternenmasten auf die Sehnerven derjenigen einwirkt, die das alles überhaupt noch wahrnehmen. Allein angesichts der schieren Menge der in dieser Kampagne aufgehängten Plakate freilich dürfte es grundlegend schwerfallen, die Pappen mit den hohlen Parolen nicht zur Kenntnis zu nehmen. Ob ein Effekt des Plakatierens für die Wahl selbst überhaupt mal nachgewiesen wurde? Vermutlich nicht. Macht nichts; wenn alle Pappnasen aufhängen, kann es ja nicht verkehrt sein. Das zeigt dann eben auch ein weiteres Mal, dass die übergroße Mehrheit der Partei-Politiker aus dem alten Hamsterrad nicht herauskommt und immer nur immer wieder die gleichen ollen Kamellen produziert, statt zu versuchen, zeitgemäße Politik zu betreiben.