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Monat: März 2026

And the winner is…

And the winner is…

Nun haben wir die Kommunalwahlen hinter uns, und im Blätterwald und den digitalen Medien wird fleißig debattiert, wer die Wahl gewonnen habe und wie es nun weitergehen kann. Da werden dann gern plakative Schlagzeilen rausgehauen, wie das im journalistischen Metier so üblich ist; ob sie den Kern der Realität wiedergeben, ist eine andere Frage. Was etwa kann man von der Aussage halten, die CDU habe in Frankfurt und die AfD in Büdingen die Wahl gewonnen? Das ist nicht falsch, aber auch nicht wahr, denn weder in Frankfurt noch in Büdingen können die genannten „Gewinner“ während der nächsten fünf Jahre die kommunalpolitische Linie nach eigenem Gusto bestimmen.

In einer politischen Landschaft, die von einer gravierenden Zersplitterung der Parteienlandschaft geprägt ist, hilft die Kategorie „Wahlgewinner“ vielmehr nicht mehr weiter. Konnten sich die Wahlgewinner in früheren Zeiten auf echte, zumeist satte Mehrheiten gegenüber dem jeweils unterlegenen politischen Lager stützen, zum Teil sogar auf absolute Mehrheiten, ist heute daran nicht im entferntesten mehr zu denken. Wenn heute eine Partei mehr als 30 % der Wählerstimmen auf sich vereinigen kann, wie beispielsweise die SPD in Offenbach, dann ist das schon außergewöhnlich – der übliche Anteil einer „Gewinnerpartei“ liegt mittlerweile eher bei maximal einem Viertel der Wählerstimmen, das etwa die CDU in Frankfurt punktgenau erreicht hat. Aber auch das sagt noch nicht viel aus – die Wahlbeteiligung lag in Frankfurt bei knapp 50 %, und legt man das gesamte Wählerpotenzial zugrunde, hat der „Wahlgewinner“ gerade mal 12,5 % der Stimmen aller Wahlberechtigten auf sich vereinigen können, also derjenigen, die in der Stadtverordnetenversammlung repräsentiert werden sollen. Glückwunsch, kann man da nur sagen. Anstatt in Jubelstimmung auszubrechen, wären eher Gedanken angebracht, wie man die zu Hause Gebliebenen motivieren kann, das nächste Mal ihre Stimme abzugeben…

Ein Provisorium für die Ewigkeit…

Ein Provisorium für die Ewigkeit…

In zwei Jahren jährt sie sich zum fünfzigsten (50.) Mal, die Eröffnung der heute Ginnheim (Mitte) genannten Kombinationshaltestelle von U- und Straßenbahn im Frankfurter Nordwesten, und man darf getrost davon ausgehen, dass noch ein paar Jahrzehnte dazukommen werden, bis hier grundlegende Veränderungen ins Werk gesetzt werden. Fünfzig Jahre Pendlerqual – die Station und insbesondere die von ihr ausgehende Strecke der Linie 16 dürfen mit Fug und Recht als der absolute Tiefpunkt des ohnehin nicht grandiosen Angebots des öffentlichen Personennahverkehrs in Frankfurt angesehen werden: Wer von Norden kommend in Richtung Bockenheim weiterfahren möchte, verzweifelt schon regelmäßig bei der Einfahrt der U-Bahn in die Station und erliegt fast der Versuchung, die Bahnen anschieben zu wollen, da diese seit dem vergangenen Jahr in einem Tempo von weniger als Schrittgeschwindigkeit die Strecke von 100 m bis zum Poller zurücklegen – weil vordem einmal eine Bahn da drankrachte. Ja, in Deutschland und vor allem bei der VGF ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste, und so müssen jetzt alle Bahnen im Kriechtempo versuchen, das Auffahren auf den Poller zu vermeiden (was immerhin in den 47 Jahren zuvor bei normaler Fahrgeschwindigkeit ausnahmslos gelang). Wenn sich dann gnädigerweise die Türen öffnen (was auch schon mal etwas dauern kann), sind von der Linie 16, die zuvor noch brav am anderen Bahnsteig auf Passagiere wartete, regelmäßig nur noch die Rücklichter zu sehen – sie musste ohne die zu ihr hechelnden Fahrgäste losfahren, um das sehr knapp bemessene Signal zur Ausfahrt auf die Straße nicht zu verpassen, das selbst dann noch minutenlang auf sich warten lässt, wenn es durch den vom Fahrer selbst am Ampelgehäuse zu betätigenden Schließmechanismus ausgelöst wurde (doch, wir befinden uns in der technischen Neuzeit, nicht im Mittelalter!). Verständlich, dass der Fahrer oder neuerdings zunehmend auch die Fahrerin da nicht mehr auf Fahrgäste warten kann, zumal die Bahn in der Regel sowieso erheblich verspätet ist. Weil sie, von Offenbach/Stadtgrenze kommend, durch das ganze Stadtgebiet mit unzähligen Kreuzungen und Engstellen tuckern muss, an denen der Autoverkehr regelmäßig Vorfahrt hat.

Eigentlich hatte das ganze Elend nur vorübergehend sein sollen. Die Verlängerung der U-Bahn zur Bockenheimer Warte und weiter zum Hauptbahnhof waren bereits baureif geplant, die Finanzierung war sichergestellt; die Strecke vom Nordwestzentrum zum Bahnhof hätte nach Fertigstellung der Linie in wenig mehr als zehn Minuten zurückgelegt werden können – das wäre sehr attraktiv gewesen. Doch dann kam eine Kommunalwahl (wehe! Es droht der 15. März!) und die CDU (mit der allseits weit überschätzten Frau Roth an der Spitze) ging mit den Grünen eine Koalition ein, deren Zustandekommen von den Grünen mit dem Junktim verknüpft wurde, die U-Bahn-Strecke nicht zu bauen, verkehrlicher Nutzen hin oder her, egal. Basta. Seitdem, also in zwischenzeitlich etwa 20 Jahren, geschah nichts. „Verkehrswende“ bedeutete seinerzeit Abkehr von der bösen U-Bahn, aber ohne Ersatz. Die Leidtragenden waren und sind bis heute alle Menschen, die auf diese Verkehrsverbindung angewiesen sind. Sie stehen Tag für Tag mit kaum verständlicher Geduld an den verrotteten, selbstverständlich nicht mit Informationssystemen ausgestatteten und schon gar nicht barrierefreien Bahnsteigen längs der Strecke, warten auf die regelmäßig zu spät (wenn überhaupt) kommenden Straßenbahnen und verpassen ebenso regelmäßig den planmäßigen Anschluss an die U-Bahn. Alles wirkt, als existierte diese Strecke für die VGF und die für Verkehr verantwortlichen Stadtpolitiker (auch hier wieder in vorderster Reihe die GRÜNEN) überhaupt nicht. Bis zur Verwirklichung der neuerdings angestellten Planung für die Weiterführung der U-Bahn-Linie in ein paar Jahrzehnten vielleicht auch mal zu überlegen, wie man der täglichen Not auf der alten Strecke ein Ende bereiten könnte – das fällt den Verantwortlichen nicht im Traum ein. Na ja, sie fahren dort ja auch nicht täglich mit der Straßenbahn.