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Monat: April 2026

Wer? Wie? Was?

Wer? Wie? Was?

… wieso? Weshalb? Warum? Die Fragewörter, mit denen einst die „Sesamstraße“ musikalisch begrüßt wurde, könnten ohne Umschweife auch für ein Vorhaben der Frankfurter Stadtpolitik gesungen werden, dessen (Nicht-)Realisierung mittlerweile zur Verzweiflung treibt. Seit 1999 (!!) geistert es im Nebel zwischen Magistrat und Land, ohne dass so recht begreiflich ist, warum das Projekt einfach nicht weiterkommt. Immerhin gibt es seit 2016, also mittlerweile zehn Jahren, nach langwieriger Beteiligung der Öffentlichkeit einen rechtsgültigen Bebauungsplan; es könnte also ohne Weiteres losgehn – allein, ins Werk gesetzt wurde von alledem nichts. Nur werden immer wieder Teile des Gesamtplans durch faktische Entwicklungen – wie zum Beispiel die Beschlussfassung über die künftige Nutzung des Gebäudes der ehemaligen Dondorf-Druckerei – konterkariert, die beileibe nicht zwangsläufig hinzunehmen wären, würden die politisch Verantwortlichen ihrem Gestaltungsauftrag nur einfach mal nachkommen. Tun sie aber nicht.

Auch dafür mag es natürlich Gründe geben, doch die bleiben im Verborgenen, und das gilt sowohl für die Frage, warum etwa die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst – immerhin der vorgesehene zentrale Nutzer – immer wieder Änderungen am Raumkonzept hinnehmen muss, die sogar eine Nutzungsmöglichkeit überhaupt in Frage stellen, als auch für das leidige Thema „Juridicum“. Abriss oder Erhalt, das ist hier die Frage, die einige Gemüter bewegt; völlig unverständlich für jemanden, der einst in diesem Gebäude die Segnungen des Jura-Studiums hat erleben dürfen und der sich ernsthaft fragt, wie angebliche Fachleute auch nur auf die Idee kommen können, in diesem entsetzlichen, baulich in unterster Qualitätsstufe rangierenden Kasten Wohnungen unterbringen zu wollen. Mittlerweile hat das sogar den ganz früheren Planungsdezernenten Wentz auf den Plan gerufen, nur dass seine Initiative gleich derjenigen eines Rufers in der Wüste voraussichtlich ungehört verhallen wird. Dass ausgerechnet Einwohner des „alten“ Bockenheims für den Erhalt dieses auch ästhetisch misslungenen Zeugnisses brutalistischer Baukunst mit lauter Stimme eintreten, ist ebensowenig nachzuvollziehen wie die kryptische Haltung des aktuellen Frankfurter Planungsdezernenten, dessen Motivation mangels Erklärung schlicht nur im Dunkeln bleiben kann. Von der Wissenschafts- und Kulturpolitik des Landes ganz zu schweigen; aber die wird ja auch von einem Nordhessen geleitet, dem die Frankfurter Verhältnisse vermutlich schlicht wurscht sind. Irgendwelche Interessen werden hinter alldem schon stecken, nur dass sie niemand offenlegt. Wen wundert’s, dass bei dieser Transparenz alle vernünftigen Stadtbürger die Nase gestrichen voll haben?