Wer regelt was?

Wer regelt was?

Zwei Erkenntnisse können nach der misslungenen Demonstration von „GenZregelt“ am vergangenen Samstag in Frankfurt schon jetzt festgehalten werden:

Alle kommentieren, nur nicht die AFD – ihr ist die Deutungshoheit genommen worden. Warum? Weil der hessische Innenminister nicht verschleiert, nicht beschwichtigt, sondern offen benennt, was Sache war. Da gibt es für die AFD nix mehr zu kommentieren, denn eines will sie ganz bestimmt nicht: Einem Politiker der so arg verhassten CDU auch noch zustimmen. Klar, in den sogenannten sozialen Medien tauchen auch wieder Troll-Kommentare angeblicher Normalbürger auf, die nicht allzu schwer dem Dunstkreis der AFD-Propagandamethoden zugeordnet werden können. Aber das offensive Auftreten des Innenministers hat die AFD selbst mundtot gemacht. Und endlich wird einmal nicht relativiert, abgewiegelt, abgeschwächt, scheinheilig um den heißen Brei geredet – das könnte, nach Jahren des Gesäusels, der Aufbruch in eine wirklichkeitsnahe politische Debattenkultur sein…

Doch leider – und das ist die zweite Erkenntnis: Der geifernde Reflex vorgeblicher politischer „correctness“ ist offenkundig nicht totzukriegen. Wieder wird die Debatte von den konkreten Geschehnissen zu der überflüssigen Frage verschoben, ob man ausdrücklich benennen darf, was alle gesehen haben. Ausgerechnet Sozialdemokraten stellen wieder einmal unter Beweis, dass sie augenscheinlich nichts begriffen haben. Wer das benennt, was klar zu sehen war, äußert mitnichten einen Generalverdacht und heizt auch genauso wenig die Stimmung an – das haben die erkennbar migrantischen Randalierer am Samstag schon selbst besorgt. Warum soll hier wieder etwas beschönigt, relativiert, ungeachtet eindeutiger Offenkundigkeit nicht ausgesprochen werden? Haben die Parteigenossen Angst, es könnten ihnen die Stimmen ihrer sicher nicht wenigen Wähler wegbrechen, die ausländische Wurzeln (in welcher Generation auch immer) haben?! Eines beachten sie dabei allerdings nicht: Wenn sie so weitermachen, wird ihr deutsches Wählerreservoir so schrumpfen, dass sie künftig um den Einzug in die Parlamente werden fürchten müssen. Das haben die Genossinnen und Genossen dann aber selbst „geregelt“.

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