Urzeit oder Moderne?

Urzeit oder Moderne?

Die Debatte ist nun tatsächlich aus dem Ruder gelaufen. Statt darüber nachzusinnen, was die wirklichen Ursachen für den Gewaltausbruch in der Frankfurter Innenstadt am vergangenen Samstag sein könnten und wie man derartiges in Zukunft wirksam vermeiden kann, wirft das linke Spektrum der politischen Kaste den Verantwortungsträgern vor, Migranten gleichsam in Sippenhaft zu nehmen. Dergleichen hat niemand getan – sowohl der hessische als auch der Bundes-Innenminister (wie im Übrigen auch die Vorsitzenden der Polizei-Gewerkschaften) haben mitnichten behauptet, es sei zu den Plünderungen gekommen, weil die Gewalttäter Angehörige eines bestimmten Milieus seien. Sie haben vielmehr nur wahrheitsgemäß beschrieben, was jedermann sehen konnte.

Es befremdet, wenn Äußerungen so zurechtgebogen werden, dass man daraus Empörung schüren kann. Das ist eigentlich die Masche der AFD, die sich aus dieser Angelegenheit bislang aber ziemlich heraushält. Warum ziehen Politiker der Grünen oder der SPD nicht erst einmal in Betracht, den wirklichen Bedeutungsgehalt der Aussagen zu ergründen, die sie so schändlich finden? Eine genaue Analyse könnte – neben der Einordnung als bloße zutreffende Tatsachenfeststellung – noch eine ganz andere Deutung zutage bringen. Mit seinen Aussagen hat Innenminister Poseck nämlich auch in den Vordergrund gerückt, dass es eben nicht die Schülerinnen und Schüler, die an der vorausgegangenen Demonstration teilnahmen, seien, die auch für die Geschehnisse danach verantwortlich zu machen seien – also: dass es sich nicht um eine in Gewalt ausgeartetete Demonstration gehandelt habe. Das ist eine wichtige Aussage, hat man doch in der Vergangenheit bei ähnlichen Ereignissen schon andere Schuldzuweisungen gehört. Offenkundig sollte so auch einer einseitigen, tendenziösen Berichterstattung in gewissen Medien entgegengewirkt werden. Dies fällt in der nun aufgestachelten Empörung völlig unter den Tisch. Aber auch ganz abgesehen davon hat niemand behauptet, alle Migranten seien Gesetzesbrecher. Die Verbalattacken von Grünen, SPD und Linken gehen also ins Leere, ebenso wie die Fürsorglichkeit, die wieder einmal die mediale Aufarbeitung kennzeichnet. Dabei sollte gerade in der politischen Auseinandersetzung nicht das limbische System das Ruder innehaben, sondern das Großhirn. Wir leben nicht mehr in der Steinzeit!

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